Abwasserrichtlinie: Deutsche Pharmabranche verlangt Moratorium
Mit der Abwasserrichtlinie soll die Pharmabranche fürs Beseitigen von Arznei-Rückständen gerade stehen. Doch der Druck auf die EU-Kommission wächst. Auch eine Mehrheit im EU-Parlament will die Umsetzung nun stoppen.
Das EU-Parlament hat am Donnerstag eine Resolution beschlossen, die zum Ziel hat, die kommunale Abwasserrichtlinie (KARL) abzuändern. Beantragt von der konservativen EVP, kam die Mehrheit bei Kernpunkten durch Stimmen von Rechtsaußen-Fraktionen zustande.
Kläranlagen müssen ausgebaut werden
Die EU-Richtlinie ist bereits seit Anfang 2025 in Kraft, wurde aber noch nicht in nationales Recht umgesetzt. Sie wird von der Pharmaindustrie massiv kritisiert – wegen der „erweiterten Herstellerverantwortung“. Damit soll das Verursacherprinzip bei der Beseitigung von Arznei- und Kosmetika-Rückständen im Abwasser eingeführt werden. Die Verfahren dafür sind teuer und aufwendig. Kläranlagen müssen in den nächsten Jahren mit einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe ausgestattet werden. Pharma- und Kosmetikunternehmen sollen einen Großteil der Kosten tragen.
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