Brasiliens Cop 30 in Belém ohne neue Einigung auf Kampf gegen Treibhauseffekt
Der Weltklimatreff in einer Regenwaldmetropole versäumte den Ausstiegsplan für fossile Energie – und führte dennoch zu Initiativen für eine schnellere Umkehr.
Die Weltklimakonferenz Cop 30 im brasilianischen Belém ist am Samstag mit einem Tag Verspätung ohne Erwähnung der fossilen Energieträger in der Abschlusserklärung zu Ende gegangen. Wie deutsche und internationale Berichterstatter und Medien meldeten, hatte der Cop-30-Präsident André Corrêa do Lago in seiner Schlussansprache es wörtlich bedauert, dass er am Ende nach Absprache mit Rechtsexperten auf starke Proteste einer Gruppe von Ländern um Kolumbien, Uruguay und Chile sowie Kenia und im Verbund damit die Europäische Union (EU) im Abschlusstext nicht mehr eingehen könne. Dennoch versicherte er an die Adresse solcher Länder, die wohl im Wesentlichen einen Fortschritt bei der Abkehr von fossilen Treib- oder Brennstoffen erwartet hatten, dass diese in einem halben Jahr einen neuen Anlauf nehmen könnten. Bei dieser nächsten Zwischensitzung der Weltklimakonferenz könnten sie ihre Forderung nach einer Abkehr von den fossilen Energierohstoffen und einer stärkeren Sprache der Klimakonferenz bei diesem Ziel erneut einbringen.
Die Kommentatoren sind sich allerdings direkt nach dem Ende der Cop 30 offenbar noch nicht einig darin, die Weltklimakonferenz 2025 deshalb als Misserfolg zu bilanzieren. „Cop 30 endet ohne Ausstiegsplan für fossile Energien“, meldete am Samstag kurz vor 20 Uhr Fernsehsender ARD, so ähnlich, wie es das Politikmagazin Spiegel in seiner Online-Berichterstattung schon kurz vor 18 Uhr getitelt hatte. Kurz nach 20 Uhr wertete ein Spiegel-Kommentar das Ergebnis aber mit „2:1 für den Klimaschutz“ dank „Zittersieg nach Verlängerung“.
Als Hauptergebnisse melden die Berichterstattenden einen Verweis in der neuen Erklärung auf die vorvergangene Cop-28-Konferenz in Dubai von 2023. Diese hatte einen Aufruf zu einem „Übergang weg von fossilen Energieträgern in den Energiesystemen“ erbracht. Der vorgesehene Fahrplan für diesen Übergang oder gar eine Erklärung zu einem weiterreichenden Ausstieg aus den fossilen Energieträgern war nun nach übereinstimmenden Berichten an Widerstand aus Förderländern fossiler Energiequellen und auch an Ländern mit sehr großem Verbrauch von Öl, Gas oder Kohle und mitsamt daher starkem Treibhausgasausstoß gescheitert. Insbesondere China, Indien, Saudi-Arabien, Nigeria und Russland hätten Widerstand geleistet. Andere, etwa afrikanische Länder, hätten vielleicht unter Druck der den Verhandlungen ferngebliebenen USA oder auch Chinas sich nicht für mehr Verbindlichkeit beim Klimaschutz eingesetzt.
Ein Ergebnis der Belém-Konferenz war zudem auch der Start des von Brasilien initiierten Regenwaldfonds, in den Staaten freiwillig finanzielle Beiträge zum Schutz des Regenwalds einzahlen. Länder, die ihre Wälder erhalten, werden mit Förderung daraus belohnt, und für eine mögliche Förderung eingeschlossene Länder, die dagegen verstoßen, müssten für jeden zerstörten Hektar Wald dagegen auch Strafe zahlen. Einen Waldaktionsplan gab es allerdings nicht.
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