Aktuelles – 14. November 2025

EnWG-Novelle: Bundestag macht den Weg für bidirektionales Laden frei

Der Bundestag hat eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) beschlossen, mit der ab 2026 das bidirektionale Laden erstmals wirtschaftlich möglich wird. Damit kann Deutschland das bislang ungenutzte Speicherpotenzial von über 1,65 Millionen Elektroautos für das Energiesystem nutzbar machen.

Bisher hat man Strom, den man aus einer Fahrzeugbatterie zurück ins Netz speist (Vehicle-to-Grid, kurz V2G) wie normalen Verbrauch behandelt. Daher musste man erneut Netzentgelte und Abgaben zahlen, obwohl dieser Strom das Netz entlastet. Diese Doppelbelastung hat V2G wirtschaftlich praktisch verhindert. Mit der EnWG-Änderung hat der Bundestag wird diese Ungleichbehandlung aufgehoben. E-Autos werden regulatorisch wie andere Speicher behandelt, etwa Pumpspeicher oder stationäre Großspeicher, die schon immer nur einmal Netzentgelte zahlen müssen.

Damit entsteht nach Ansicht des Unternehmens The Mobility House Energy erstmals ein fairer, wirtschaftlicher Rahmen, der bidirektionales Laden auch für Verbraucher attraktiv macht und Anreize schafft, Flexibilität ins Energiesystem zurückzugeben. E-Autos werden zu flexiblen Speichern, die erneuerbare Energie aufnehmen und bei Bedarf zurückspeisen können. Das entlastet das Stromsystem, schafft Spielraum für mehr Windenergie und Photovoltaik und senkt langfristig Kosten für Verbraucher und Netz.

Deutschland erschließt so ein dezentrales Speicherpotenzial von rund 3,3 bis 5,0 GWh – basierend auf bereits heute zugelassenen E-Autos und einer realistischen Anschlussquote von 20 bis 30 %. Das entspricht 1,0 bis 1,5 GW flexibler Leistung, also der Größenordnung eines Großkraftwerks.

EnWG-Änderung beim bidirektionales Laden gilt ab Januar 2026

Die Entlastung bei den Netzentgelten tritt zum 1. Januar 2026 in Kraft. Ab 1. April 2026 folgen neue MiSpeL-Prozessregeln, die V2G technisch und regulatorisch vereinfachen. Anschließend benötigen Netzbetreiber 6 bis 12 Monate, um ihre Systeme anzupassen – große Betreiber etwa 6 bis 9 Monate, kleinere eher bis zu 12 Monate. Damit kann die Technik ab 2026 schrittweise in den Markt wachsen. Damit V2G sein volles Potenzial entfalten kann, ist zudem ein schnellerer Ausbau moderner Smart-Meter notwendig.

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