Aktuelles – 9. Dezember 2025

EU-Nachhaltigkeitsregeln deutlich entschärft

Brüssel verschont kleine Betriebe künftig von Berichtspflichten und Lieferkettenkontrollen. Das Handwerk spricht von einem "Durchbruch". Die SPD warnt vor einer Aufweichung von Menschenrechten.

Nach monatelangem Ringen haben sich das Europäische Parlament, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf eine Abschwächung europäischer Nachhaltigkeitsregeln geeinigt. Für das Handwerk bedeutet dies eine spürbare Entlastung: Künftig müssen deutlich weniger Betriebe Nachhaltigkeitsberichte erstellen oder ihre Lieferketten auf Menschenrechtsverstöße überprüfen.

Handwerk setzt zentrale Forderungen durch

"Die Trilogeinigung zum Omnibus 1-Paket markiert einen Durchbruch und Erfolg für das Handwerk", sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Das Handwerk habe seine zentralen Forderungen durchsetzen können: deutlich weniger berichtspflichtige Betriebe, eine Beschränkung von Anfragen an nicht-berichtspflichtige Betriebe und einen risikobasierten Ansatz bei Lieferkettensorgfaltspflichten.

Konkret bedeutet dies: Handwerksbetriebe, die nicht direkt berichtspflichtig sind, sollen künftig nicht mehr mit ausufernden Fragebögen ihrer Großkunden konfrontiert werden. Stattdessen wird ein freiwilliger Standard für kleine und mittlere Unternehmen (VSME-Standard) zur verbindlichen Obergrenze für Datenanfragen. Informationsanfragen im Rahmen der Lieferkettensorgfaltspflichten sollen nur noch ausnahmsweise bei konkreten Risiken erfolgen.

Warum es diese Regeln gab

Die EU hatte ursprünglich zwei Richtlinien beschlossen, die noch gar nicht in Kraft getreten waren: Die eine sollte große Unternehmen verpflichten, über ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu berichten (Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz: CSRD). Die andere sollte Firmen dazu zwingen, ihre Lieferketten auf Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit oder Zwangsarbeit zu überprüfen (Corporate Sustainability Due Diligence Directive, kurz: CSDDD).

Den ausführlichen Artikel finden Sie hier.

Blick über München

Energie­gemeinschaften vor Ort

Marktpartner arbeiten bundesweit erfolgreich in regionalen Energiegemeinschaften zusammen - auch in Ihrer Nähe!