Aktuelles – 13. Juni 2024

Herausforderungen des Messstellenbetriebs müssen gelöst werden

Während der allgemeine Fokus für die erfolgreiche Energiewende auf der Ressourceneinsparung und Dekarbonisierung liegt, könnten sich auch die intelligenten Messsysteme der Sparte Strom, sogenannte Smart Meter, als Bottleneck für die bis 2045 angestrebte Klimaneutralität erweisen. Das Beratungsunternehmen HORIZONTE-Group veröffentlichte jetzt eine technische Studie, die sich mit den Herausforderungen für die Betreiber der Smart Meter beschäftigt. Die These der Energieexperten: Die Energiewende kann scheitern, wenn die Herausforderungen des Messstellenbetriebs nicht gelöst werden.

Der zügige und erfolgreiche Aufbau der Smart Metering-Infrastruktur ist ein Grundpfeiler der Energiewende. Mit Smart Metern werden Energieflüsse im Netz sicht- und steuerbar. Deshalb unterstützen sie dabei, Strom aus erneuerbaren Energiequellen optimal zu nutzen. In Deutschland wurde die Verantwortung für den damit einhergehenden Smart Meter-Rollout an die grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) übertragen – das sind in der Regel die Energieversorgungsunternehmen. Diese müssen sich mit zahlreichen Gesetzen und einer verschachtelten Regulatorik im Messwesen, wie dem in 2023 erlassenen „Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW)“, auseinandersetzen.

Basis der Studie sind zum einen die Beratungserfahrungen der HORZONTE-Group – das Unternehmen begleitete in den letzten Jahren eine größere Zahl von gMSB beim Start in den Smart Meter Rollout. Zum anderen führten die HORIZONTE-Berater in der Zeit von Dezember 2023 bis März 2024 eine Vielzahl von Experteninterviews durch und brachten überdies ihren unabhängigen Blick auf das Marktgeschehen in die Studie mit ein. In einer Abschlussveranstaltung in Berlin wurden jetzt die Ergebnisse vor Fachpublikum präsentiert und diskutiert.

Als wesentliche Herausforderungen identifiziert die HORIZONTE-Studie folgende Aspekte:

  1. Gesetzgebung und Regulierung: Die hohe Änderungsgeschwindigkeit von Gesetzen und Vorschriften belastet die Branche und erschwert eine ressourceneffiziente Planung und Umsetzung. Die Komplexität und Vielfalt der gesetzlichen Anforderungen führen zu unterschiedlichen Interpretationen und verzögern notwendige Investitionen.

  2. Ressourcenverfügbarkeit: Der Mangel an qualifiziertem Personal und Material beeinträchtigt die Umsetzung von Rollout-Projekten. Insbesondere bei der Montage und der operativen Prozessumsetzung im Back-Office bestehen erhebliche Engpässe. Lieferkettenstörungen und Materialknappheit verschärfen die Situation zusätzlich.

  3. Technische Rahmenbedingungen: Die Vielzahl an Technologien und Softwaresystemen erhöht den Pflege- und Betriebsaufwand. Fehlende Interoperabilität der Systeme und unzureichende Mobilfunk-Netzabdeckung behindern den Massenprozess des Smart Meter-Rollouts. Technische Herausforderungen wie die Anbindung mehrerer Zähler an ein Smart Meter Gateway (SMGw) sind noch nicht vollständig gelöst.

  4. Teilwettbewerblicher Markt: gMSB müssen alle Messstellen im Rahmen der Preisobergrenzen diskriminierungsfrei ausstatten, während wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB) selektiv agieren können. Dies führt zu unfairen Wettbewerbsbedingungen und verhindert einen sich frei entfaltenden Markt.

  5. Komplexität: Die hohe Komplexität des Geschäftsmodells der gMSB erfordert umfangreiche Prozess- und Technikkenntnisse. Ab 2025 müssen gMSB auf Kundenwunsch intelligente Messsysteme installieren, was die Effizienz des Rollouts erheblich beeinträchtigen könnte. Der Umbau der IT-Landschaft aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen erhöht die technische Komplexität weiter.

Vollständige Meldung und Studie auf der Internetseite der Horizonte Group

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