Langsamer Netzausbau behindert Investitionen in Milliardenhöhe
Netzengpässe bremsen den Ausbau erneuerbarer Energien. Eine Studie zeigt: Das ist kein deutsches Phänomen. Wirtschaftsministerin Reiche will gegensteuern – doch ihre Pläne sind umstritten.
Berlin. Der schleppende Ausbau der Stromverteilnetze erweist sich als Hürde für die Energiewende. In Deutschland blockieren die Defizite beim Verteilnetzausbau einer Studie zufolge Projekte für erneuerbare Energien mit einer Gesamtleistung von 140 Gigawatt (GW) sowie Batteriespeicher mit 130 GW. Zum Vergleich: Aktuell sind in Deutschland 69 GW Windkraft an Land installiert.
Die Studie stammt vom skandinavischen Beratungs- und Ingenieurdienstleistungsunternehmen Afry und wurde im Auftrag des Netzwerks Beyond Fossil Fuels (BFF) erstellt. In dem Netzwerk haben sich europaweit Organisationen zusammengeschlossen, die sich für eine rasche Abkehr von fossilen Energieträgern einsetzen.
Afry beziffert das Investitionsvolumen, das in Deutschland wegen fehlender Netzkapazitäten derzeit nicht realisiert werden kann, auf 45 Milliarden Euro. Untersucht wurde auch die Situation in Bulgarien, Tschechien, Großbritannien, Griechenland, Italien, Polen und Spanien. In allen acht Ländern summieren sich die Anschlusswarteschlangen demnach auf 375 GW bei erneuerbaren Energien und 455 GW bei Batteriespeichern. Der Gesamtwert der blockierten Investitionen beläuft sich laut Studie auf rund 100 Milliarden Euro.
Verteilnetze als Engpass
Die Stromverteilnetze sorgen für den Stromtransport auf regionaler und lokaler Ebene, bis zum Hausanschluss. Verantwortlich sind in Deutschland rund 850 Netzbetreiber, darunter viele Stadtwerke.
Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

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