Überschüssiger Ökostrom in Fernwärme: Großprojekt in Berlin
„Tauchsieder“ wandelt Wind- und Solaranlagen in Fernwärme um – für mehr als 30.000 Haushalte. Bis Ende 2028 soll sie in Betrieb gehen und fossiles Erdgas ersetzen.
Berlin setzt bei der Wärmewende auf einen gigantischen „Tauchsieder“. Das landeseigene Unternehmen BEW Berliner Energie und Wärme hat gemeinsam mit dem Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und dem Verteilnetzbetreiber Stromnetz Berlin den Bau einer neuen Power-to-Heat-Anlage am Heizkraftwerk Berlin-Mitte gestartet. Mit einer Leistung von 120 Megawatt gehört sie nach Angaben der Beteiligten zu den größten Anlagen dieser Art in Europa. Sie soll überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen in Fernwärme umwandeln und damit helfen, fossile Brennstoffe einzusparen. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2028 geplant.
Die Technik gilt als wichtiger Baustein der sogenannten Sektorkopplung, also der stärkeren Verzahnung von Strom-, Wärme- und Verkehrssektor. Gerade mit dem schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien wächst der Bedarf an flexiblen Verbrauchern, die Strom dann aufnehmen können, wenn Wind- und Solaranlagen besonders viel produzieren. Genau das soll die Berliner Anlage leisten. Sie wird eingesetzt, wenn im Nordosten Deutschlands mehr Ökostrom anfällt, als über die Netze transportiert oder direkt verbraucht werden kann. Statt Windparks oder Solaranlagen abzuregeln, soll der Strom dann künftig genutzt werden, um Wasser zu erhitzen und die entstehende Wärme in das Berliner Fernwärmenetz einzuspeisen. In Berlin sind rund 43 Prozent der Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen.
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