Wärmewende vor Ort: Planung läuft, Umsetzung stockt
Anfang 2026 zeigt die kommunale Wärmeplanung (KWP) in Deutschland ein zwiespältiges Bild. Zwar kommen die Planungen in den Kommunen sichtbar voran und erscheinen organisatorisch grundsätzlich beherrschbar. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Umsetzung – also der Bau neuer und erweiterter Fernwärmenetze sowie der Ausbau regenerativer Wärmeerzeugung – zu einem milliardenschweren Engpass werden könnte.
Zunächst zu den Zahlen: Der KWP-Wärmewendeatlas (Datensatz "Status quo der KWP", Stand: Januar 2026) weist aus, dass von den 10.754 bewohnten Gemeinden 1033 ihre KWP als abgeschlossen gemeldet haben, 4635 sich im Prozess befinden und bei 5086 der Stand unbekannt ist. Letzteres dürfte vor allem kleinere Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern betreffen, die noch bis 2028 Zeit für die Erstellung haben.
Das Kompetenzzentrum Kommunale Wärmewende (KWW) weist darauf hin, dass Konvoi- und Verbandskonstruktionen sowie heterogene Umsetzungen auf Landesebene die Transparenz erschweren. Teilweise liegen schlicht noch keine belastbaren, öffentlich zugänglichen Statusinformationen vor. Zugleich zeigt der Datensatz deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Einzelne Länder sind bereits deutlich weiter, etwa Baden-Württemberg mit einer vergleichsweise hohen Abschlussquote – plausibel auch aufgrund früherer landesrechtlicher Verpflichtungen.
Mehrere praktische Funktionen
In der Praxis erfüllen die Wärmepläne vor allem drei Funktionen:
Erstens dienen sie als zentrale Datengrundlage der Wärmewende vor Ort. Sie erfassen Gebäudestrukturen, bestehende Netze und Potenziale wie Abwärme, Geothermie oder Solarthermie und leiten daraus Zielpfade ab.
Zweitens bilden sie die infrastrukturelle Planungsgrundlage für Stadtwerke und Netzbetreiber – etwa für Netzausbau, Erzeugungsumstellung oder den Einsatz von Speichern, nicht als Einzelmaßnahme, sondern als programmatischer Bestandteil einer Gesamtstrategie.
Drittens strukturieren sie Kommunikation sowie Investitionsentscheidungen von Eigentümern und Wohnungswirtschaft – sowohl zeitlich als auch räumlich.
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