Aktuelles – 4. September 2025

Was kostet ein Azubi?

Die Ausbildungskosten steigen insbesondere für kleinere Betriebe. Dennoch ist diese Investition der günstigste Weg, um zu Fachkräften zu kommen. Wie die Kosten-Nutzen-Rechnung ausbildender Betriebe aussieht.

Die Kosten für Ausbildung sind gestiegen, speziell für Kleinbetriebe. Die Suche nach Fachkräften am externen Markt wäre aber noch teurer. Das zeigt die jetzt vorgelegte Kosten-Nutzen-Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) für das Ausbildungsjahr 2022/23.

Die durchschnittlichen Bruttokosten, die Betriebe pro Auszubildendem investierten, lagen bei rund 26.200 Euro (Gesamtwirtschaft), im Handwerk bei 23.300 Euro. Das BIBB erklärt die Differenz mit der Höhe der Ausbildungsvergütungen, die im Handwerk durchschnittlich um ein Fünftel niedriger lagen als im öffentlichen Dienst.

Was Azubis erwirtschaften

Durch ihre produktiven Leistungen gleichen Azubis die Bruttokosten zu etwa 70 Prozent aus. Im Handwerk erwirtschaften sie knapp 16.000 Euro über die gesamte Ausbildungszeit, wobei die Erträge mit jedem Ausbildungsjahr steigen. Die Nettokosten der Ausbildung lagen im Handwerk also bei rund 7.700 Euro, in der Gesamtwirtschaft bei rund 8.100 Euro.

Damit ist die Nettoinvestition in die Ausbildung deutlich niedriger als die Kosten, die durch eine Personalsuche am externen Markt entstehen würden. Laut BIBB-Erhebungen kostet es Betriebe im Schnitt 13.700 Euro, wenn sie eine Fachkraftstelle extern besetzen wollen. Diese Summe setzt sich zusammen aus Ausschreibungs- und Bewerbungskosten sowie aus Weiterbildungs- und Einarbeitungskosten der externen Kraft.

Personalsuche ist teurer als Ausbildung

Über die Jahre verlieren die Unternehmen allerdings auch einen Teil ihres selbst ausgebildeten Nachwuchses wieder. Ein Jahr nach Ausbildungsende waren vom Jahrgang 2022/23 noch 62 Prozent im Ausbildungsbetrieb, nach drei Jahren 45 Prozent, nach fünf Jahren 36 Prozent.

Auch hier ergeht es Kleinstbetrieben schlechter. Bei ihnen ist nach einem Jahr noch die Hälfte, nach drei Jahren ein Drittel und nach fünf Jahren nur noch ein Viertel der Absolventen im Betrieb.

Die Schwierigkeiten, am externen Markt Bewerber zu finden, sind gerade für Kleinstbetriebe enorm. Im Schnitt brauchen sie laut BIBB-Studie 19 Wochen, um eine offene Stelle zu besetzen, beinahe doppelt so lang wie größere Unternehmen. Dazu passt, dass drei von vier ausbildenden Betrieben möglichst all ihre Auszubildenden nach deren Abschluss weiter beschäftigen wollen, 22 Prozent planen, einen Teil im Anschluss an die Ausbildung zu übernehmen.

Die vollständige Mitteilung finden Sie hier.

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